Seilbahn zur Festung Ehrenbreitstein
Tragseil

 

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Um einen reibungslosen Personenverkehr zwischen den einzelnen Geländen zu gewährleisten wurde über das Konzept einer Seilbahn nachgedacht. Besucher sollen problemlos zwischen den durch den Rhein getrennten Bereichen - der Stadt und dem Festungsplateau - pendeln können.
Der Stadtrat hatte sich in seiner Sitzung im Juli 2007 für eine direkte Streckenvariante vom Konrad-Adenauer-Ufer zur Festung Ehrenbreitstein entschieden. Die Konzesion für den Bau der Seilbahn erhielt das österreichische Unternehmen Doppelmayr Seilbahnen GmbH. Die mit einem verbrauchsarmen Elektromotor betriebene Dreiseilumlaufbahn befördert pro Stunde etwa 3.500 Personen je Richtung (18 Kabinen / 35 Personen). Eine der Seilbahnkabinen ist als besondere Attraktion mit einem Glastisch ausgestattet (Gondel Nummer 17). Die Gondeln sind barrierefrei auch für Rollstuhlfahrer nutzbar.
Baubeginn war im Frühjahr 2009, Fertigstellung im Juni 2010. Entgegen der zuerst geplanten Freigabe nur für besondere Anlässe, hatte man sich entschlossen, nach Fertigstellung der Seilbahn diese von Juli 2010 bis zum 3. Oktober 2010 für den Publikumsverkehr freizugeben. Die Einweihung der Seilbahn erfolgte am 2. Juli 2010 durch den rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Kurt Beck.

Insgesamt nutzten in dieser Zeit 178.989 Personen die Seilbahn.
Jeweils eine Hin- und Rückfahrt mit der Bahn ist im Eintrittspreis zur BUGA enthalten. Dadurch wird der Eintrittspreis der BUGA leicht über dem der vorangegangenen liegen. Nach Ende der BUGA - und für alle, die mehr als einmal täglich die Bahn nutzen wollen - werden 8€ für Erwachsene und 5€ für Kinder angesetzt.

Da das Rheintal zum UNESCO Welterbe zählt wird diese Seilbahn für maximal 3 Jahre stehen bleiben, d.h. spätestens im November 2013 soll die Seilbahn wieder abgebaut werden - trotz der positiven Ökobilanz, vieler Protestbriefe und Forderungen aus dem Anwohnerkreis von Koblenz, die einen dauerhaften Betrieb der Seilbahn fordern.
Positive Ökobilanz der Seilbahn zur BUGA Koblenz 2011 bei Unterzeichnung des Konzessionsvertrages vorgestellt

Das von einem Fachbüro aus Neuss angefertigte Gutachten stellt die Umweltauswirkungen der beiden Alternativen Seilbahn und Bus-Shuttle gegenüber. Dazu erfolgte eine Berechnung des Energieverbrauchs für die beiden Konzepte über die gesamte Laufzeit der Bundesgartenschau Koblenz 2011, um auf dieser Grundlage den Ausstoß von Kohlenstoffdioxid und anderer Schadstoffe sowie die Lärmbelästigung für das jeweilige Transportmittel aufzustellen.
Es wurde davon ausgegangen, dass trotz der Seilbahn schätzungsweise 15 Prozent der Besucher der Bundesgartenschau Koblenz 2011 aus persönlichen
Gründen lieber den ebenfalls im Eintrittspreise enthaltenen Bus-Shuttle-Service nutzen.

Laut des Gutachtens müssten bei einem reinen Bus-Shuttle-Service an mittelstarken Tagen mit 32.500 Besuchern und einer angenommenen Busauslastung von 65 Prozent 1.000 Busfahrten täglich angeboten werden. Dafür müssten 50 Fahrzeuge eingesetzt werden und im 90-Sekunden-Takt durch den Stadtteil Ehrenbreitstein verkehren. Bei der Nutzung der Kabinenseilbahn müssten stattdessen lediglich 150 Busfahrten täglich für jene 15 Prozent der Besucher angeboten werden, die lieber den ebenfalls im Eintrittspreis inbegriffenen Bus-Shuttle-Service nutzen möchten.

Bei der konventionellen Energiegewinnung ergibt sich ein Primärenergiebedarf für die Seilbahn in Höhe von 1.214 MWh an den 185 Tagen der Bundesgartenschau Koblenz 2011. Bei der von der Bundesgartenschau Koblenz 2011 GmbH angestrebten regenerativen Energieerzeugung liegt der Primärenergiebedarf der Seilbahn bei lediglich 892 MWh für den Veranstaltungszeitraum.

Der Primärenergieverbrauch der Busse liegt bei insgesamt 4.036 MWh bei einem reinen Bus-Shuttle-Service und ein Primärenergiebedarf von 605 MWh bei einem die Seilbahn ergänzenden Bus-Shuttle-Service für jene 15 Prozent der Besucher, die voraussichtlich die Nutzung des Busses bevorzugen.

Stellt man die Primärenergieverbräuche der beiden Beförderungskonzepte gegenüber, so zeigt sich, dass der Energiebedarf des reinen Bus-Shuttles im Vergleich zur Kombination Seilbahn mit ergänzendem Bus-Shuttle-Service mehr als doppelt so hoch ist.

Noch deutlicher wird diese Einschätzung bei einem Vergleich der Schadstoffemission. So werden bei einer einfachen Strecke 8,35 kg Kohlendioxid ausgestoßen, was bei einem reinen Bus-Shuttle-Service für die gesamte Dauer der Bundesgartenschau Koblenz 2011 insgesamt 881 Tonnen Kohlendioxid-Emission ergeben würde. Bei der Kombination der Seilbahn mit einem reduzierten Bus-Shuttle-Service beliefe sich diese Summe auf 403 Tonnen Kohlendioxid-Emission und würde sich bei Verwendung von Naturstrom noch auf 142 Tonnen Kohlendioxid-Emission verringern. Ähnlich gut schneidet die Seilbahn bei der Betrachtung des Ausstoßes von Stickstoffoxid und Feinstaub im Vergleich zum reinen Bus-Shuttle-Service ab.

„Wir werden zeitnah im Verhältnis 1:3 im direkten Umfeld der Talstation Ersatzbäume pflanzen und dafür Sorge tragen, dass sofort nach dem Abbau der Seilbahn im Winter 2013/14 an die alten Standorte wieder fünf große Platanen gepflanzt werden.“ so Hanspeter Faas, Geschäftsführer der Bundesgartenschau Koblenz 2011 GmbH
Entwurfsansicht auf dem aktuellen Baustellenplakat
BUGA 2011 Baustellenplakat an der Talstation

Verlauf:
• April 2009
Baubeginn der Talstation
• Sommer 2009
Baubeginn der Bergstation
• Oktober 2009
Bau der Seilstütze, Talstation
• November 2009
Bau der Seilstütze, Bergstation
• Dezember 2009
Einbau der Antriebstechnik, Talstation
Aufziehen des Membrandaches, Talstation
• Januar 2010
Beginn des Seilzugs
• April 2010
Erste Gondel hängt, Feineinstellungen
• Juli 2010
Inbetriebnahme der Seilbahn für 3 Monate

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letztes update der Seite: Dienstag, 17.05.2011 16:07